Thinking of

In spring 2015 I was browsing through my pictures and discovered, that over the years I had taken several portraits of people not face-to-face, but from behind – in very intimate or life-changing moments, joyous and sad ones. It was only after I realized that, I started actively looking for such situations.

In one picture, a mother remembers her daughter’s suicide ten years before. In another, a woman for the first time revisited the cloister where Catholic nuns had tortured and raped her during childhood. One portrait shows my ex-wife after she was diagnosed with Parkinson´s disease at age 49.

There are also good moments: My stepdaughter´s first day of high school in a foreign country; my mother after she fell in love when she was 94; my son celebrating his 13th birthday at the harbor of Rotterdam/Netherlands, very meaningful for him; my naked wife gazing at a sunny lake during our honeymoon. I almost always took the pictures on the very day when these things happened.

This series is all about life and reflection about it. When you look at the portraits they also make you think as a viewer – about your own life, your own special, intimate moments, good and bad. How was it? How would I feel or react in such a situation?

 

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Success

In 1996 I shot a series of New York as a world in black and white. There is almost nothing in between. Everybody is out for winning or losing. High-rise buildings, high-rise dreams, high-rise stakes. Every morning men and women rush out of the subway and hurry to work. They look like predators: ambitious, concentrated, determined, tense, hungry for success.

They rise as high as the surrounding skyscrapers of Midtown Manhattan. I put my camera on the asphalt aimed upwards, and took shots without looking through the viewfinder. Looked at the predators and pushed the trigger, when they approached me. At the end of the day, when they went back home, I did not check: Who was a winner, who was a loser.

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Wie man einen Bestseller wie Bittere Pillen schreibt

Als der Verlag Kiepenheuer und Witsch Anfang der 80-er Jahre einer Wiener Autorengruppe vorschlug, ein Buch über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln zu schreiben, erntete er auf Anhieb großes Gähnen. Arzneimittel? Wen interessierte das schon? Sicher nicht Autoren im Alter von Sex and Drugs and Rock’n Roll. Aber weil der Verlag nicht locker ließ und es den Autoren nach dem Medizinbestseller »Gesunde Geschäfte – die Praktiken der Pharmaindustrie« gerade an Ideen für ein spannendes Buchprojekt mangelte, stimmten sie halbherzig zu und unterschrieben einen Vertrag.

Intern stand das Projekt unter dem Arbeitstitel: Viel Arbeit gibt’s und wenig Brot. Außerdem waren alle überzeugt davon, dass keine Lorbeeren winkten – eine Bittere Pille also für die Autoren.

Was als langweilige Routinearbeit begann, entpuppte sich bald als eine Art Mondlandungsprojekt. Kaum war ein gravierendes Problem gelöst, tauchten schon fünf neue auf.

Damals so wie heute gab in deutschen Apotheken etwa 50.000 verschiedene Arzneimittel. Sollten die alle nach Nutzen und Risiken bewertet werden? Unmöglich, denn das wäre ein Buch mit 10.000 Seiten geworden. Also verfielen die Autoren auf die Idee, nur die häufig verwendeten Medikamente in das Buch aufzunehmen. Sie suchten erfolglos nach entsprechenden Daten. Weder das Bundesgesundheitsamt noch die Krankenkassen besaßen derartige Informationen.

Es war schließlich die Pharmaindustrie selbst, die ihnen, ungewollt natürlich, aus der Patsche half. Die Pharmaindustrie verfügt – streng vertraulich, versteht sich – über sehr detaillierte Daten zum Verbrauch ihrer Produkte. Monat für Monat wird genau ermittelt, wie viele Packungen von jedem Medikament in Deutschland (und in jedem anderen Land der Welt) verwendet werden, wie viel die Firma damit umsetzt, welche Diagnosen Ärzte stellen und welche Rezepte sie verschreiben. Das alles kann man bei einem internationalen Konzern namens Institute for Medical Statistics (IMS) für viel Geld kaufen. Aber nur, wenn man eine Pharmafirma ist. Außenstehende haben da keinen Zugang, Gott behüte!

Es gehört jedoch zum Job von Journalisten, sich auch solche vertraulichen Informationen zu besorgen, und eines Tages lagen die notwendigen Daten vor. Es wurden also 2.300 Medikamente ausgewählt, die wissenschaftlich zu bewerten waren.

Als weitere große Hürde entpuppte sich das Konzept einer engen Zusammenarbeit von Journalisten und Medizinern. Denn in der deutschsprachigen Wissenschaft und vor allem in der Medizin galt es Anfang der 80er Jahre noch als anrüchig, sich in die Untiefen der Populärwissenschaft zu begeben.

Es bedurfte großer Überredungskunst, Mediziner und Pharmakologen zur Mitarbeit zu bewegen. Schließlich waren vier Wissenschaftler bereit, ihr Expertenwissen zur Verfügung zu stellen und das Projekt zu unterstützen: Der Pharmakologe Jörg Remien von der Universität München, der Apotheker Gerd Glaeske aus Hamburg, der Pharmakologe Hans Winkler von der Universität Innsbruck und der Medizinstatistiker und Epidemiologe Eberhard Greiser aus Bremen. Im Lauf des Projekts stießen weitere Mediziner hinzu.

Als nicht ganz einfach – das ist die wienerische Umschreibung für »sehr schwierig« – erwies sich auch der Zugang zu wissenschaftlichen Unterlagen für die Bewertung von Nutzen und Risiken der Arzneimittel. Anfang der 80er Jahre war der Großteil der medizinischen Bibliotheken im deutschsprachigen Raum in einem erbärmlichen Zustand. Es gab noch kein Internet, keine Suchmaschinen und keine elektronischen Datenbanken.

Die Autoren waren gezwungen, Bibliotheken und Buchhandlungen in Amsterdam, London und New York aufzusuchen. Texte wurden noch mit Schreibmaschinen getippt und Korrekturen und Ergänzungen mit Schere und Klebstoff angebracht.

Nach einem viermonatigen Gewaltakt in einer Wiener Wohnung, in der rund um die Uhr in Tag- und Nachtschichten gearbeitet wurde, knallten die Sektkorken über einem fertigen Manuskript von 850 Seiten. Jedenfalls dachten die Autoren, dass es fertig sei. Hans Weiss reiste höchstpersönlich nach Köln und übergab es dem damaligen Verlagschef Reinhold Neven DuMont.

Der reichte die heiße Kartoffel sofort an seine Juristen weiter – sie waren die ersten Leser des Buches.

Ihre schnörkellose Empfehlung: Abzuraten. Auf keinen Fall veröffentlichen!

Sie waren der Meinung, das juristische Risiko sei zu hoch: Da fast 60 Prozent aller Medikamente als »Abzuraten« oder »Wenig zweckmäßig« eingestuft wurden, mussten sowohl der Verlag als auch die Autoren mit dem totalen Ruin rechnen. In drastischen Worten schilderten die Juristen, was es bedeutet, wenn 100 oder mehr Pharmafirmen klagen, mit einem Streitwert von jeweils 100.000 Mark und mehr. Mit diesem Buch hatten wir uns Gegner ausgesucht, die über nahezu unbegrenzte Geldmittel verfügen.

Aber der damalige Verlagschef schlug den Rat seiner Juristen in den Wind. Er hatte einen Ruf zu verteidigen – immerhin hatten Heinrich Böll und Günter Wallraff bei Kiepenheuer & Witsch publiziert – und erklärte trotzig: »Wir machen das trotzdem!«

Das Buch wurde in einen knallblauen Umschlag verpackt, mit dem von Hans Weiss erfundenen Titel »Bittere Pillen« versehen und im Herbst 1983 an alle deutschsprachigen Buchhandlungen geliefert.

Es wurde einer der größten und langfristigsten Bucherfolge im deutschen Sprachraum, mit inzwischen mehr als 3 Millionen verkauften Exemplaren. »Die Bibel zur Verhinderung von Arzneimittelmissbrauch – ein Meisterwerk!«, schrieb der Spiegel. Seit dem Erscheinen der Erstausgabe wird das Buch alle drei Jahre neu überarbeitet und herausgebracht.

Die Juristen behielten nur teilweise Recht. Sofort nach Erscheinen des Buches drohten mehr als drei Dutzend Firmen mit einer Klage, bei einem Streitwert von insgesamt mehr als 5 Millionen Euro. Unverblümt forderte man Textänderungen: Die Empfehlungen »Abzuraten« sollten in »Therapeutisch zweckmäßig« verändert werden.

Der Verlag ließ sich aber nicht einschüchtern. Eine der Firmen machte ihre Drohungen wahr und zog vor Gericht. Autoren und Experten konnten jedoch gute Gründe für die Abwertung vorlegen und die Richter überzeugen. Es wurde ein Sieg für »Bittere Pillen«.

Im Lauf der vergangenen 25 Jahre haben rund 70 Pharmakonzerne versucht, das Buch mit juristischen Drohungen klein zu kriegen – ohne Erfolg. Immer noch wird jedes Jahr ein- bis zweimal mit einem Gerichtsverfahren gedroht. Verlag und Autoren versprechen den Lesern, dass sie auch in Zukunft ihre unabhängige, kritische Haltung bewahren und der Pharmaindustrie Jahr für Jahr neue Anlässe für juristische Schritte liefern werden.

»Bittere Pillen« entfaltete bis heute eine enorme gesundheitspolitische Wirkung. Nicht nur die Pharmaindustrie, auch die »Götter in Weiß«, die bis dahin als unantastbar gegolten hatten, verloren ein paar Federn. Im Kielwasser von »Bittere Pillen« erschienen in den folgenden Jahren zahlreiche medizinkritische Bücher. Der »mündige Patient« ist inzwischen zum Schlagwort geworden.

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My childhood dream

I grew up in a very remote and backward area in Austria. When I turned five years old, my parents gave me a card game, which showed famous buildings all over the world. There was the Eiffel Tower in Paris, Pantheon in Rome, St. Stephen´s Dome in Vienna and the most precious card of all: The Empire State Building in New York. This Building was so unimaginably high and so unimaginably far away for a country boy like me!

In 2014/15 I lived in New York. My workplace was on the tenth floor of the NY University Library at Washington Square. There I sat and had the privilege of looking at the majestic NY skyline with the Empire State Building, day by day. The dream of my childhood had come true.

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Fifty New Immigrants

This project is a combination of two very different approaches: Current photography and historical data.

On the one hand there are fifty people I´d photographed at the Easter Parade 2015 on Fifth Avenue, between 49th and 57th Street. About two thirds of the portraits show people who attended the parade. The remaining portraits are passers-by, onlookers or street vendors. There are equal numbers of women and men. Typical of New York is the great cultural, national and ethnic diversity. With few exceptions I neither know the names of these people nor where they come from.

On the other hand I read the data of all persons who had arrived exactly 100 years earlier, on Easter 1915, at Ellis Island – the central point for immigration in the US. All in all I searched through more than 4.500 passenger files of 13 incoming ships between April 3rd (Good Friday) and April 6th (Easter Monday). About 1.500 of them were immigrants from 41 different nations.

For this project I combine every one of the fifty portraits, taken at Easter 2015, with the information I took from a passenger file from Easter 1915. Here is an example of one of these files:

Margarete Müller 2nd Cabin Passenger
Single female.
Occupation: Circuit Performer.
Is in possession of 50 $.
Born 1883 in Berlin/Germany (32 years old at time of arrival).
Nationality: Germany.
Race or People: German.
Height:  5 feet, 5 inches.
Fair complexion, brown hair, brown eyes. She has no marks of identification.
She is neither an anarchist nor a polygamist.
She has been in New York in 1907.
She is in good health and is able to read and write.
Her last residence was Friedrichshain, Berlin/Germany.
On March 25th 1915 she boarded the ship Kristianiafjord in Bergen/Norway and arrived at Ellis Island on April 3rd 1915.
She has paid the passage by herself.
Her final destination will be Orpheum Circuit (Off Broadway Theatre) on 2nd Avenue near St. Mark´s Place, East Village, New York City.

 

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East coast dreaming

In May 2015 I took a bus ride from New York to Niagara Falls, to Washington DC and Philadelphia. My assigned seat was beside a damaged window. Inside it was trapped with condensed water. Initially I was annoyed, because nobody on the bus wanted to swap seats with me. But then I decided to use this disadvantage to my photographic benefit.

It was a very special, exclusive window to another world, formed by the speed of the bus, the distorting and blurring qualities of the wet window and the reflections in the glass.

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